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Ein Meerschweinchen zieht ein  

 

Niemals alleine!
Schlafhäuschen

Ein Meerschweinchen ist ein Rudeltier und darf niemals allein gehalten werden. In der Regel werden meist 2 Tiere miteinander vergesellschaftet. Ein Gruppenleben ist für die sozialen Tiere jedoch viel angenehmer.

Reine Weibchengruppen sollte man nicht halten. Weibchen sind meist sehr dominant einem anderen Weibchen gegenüber und es kann zu üblen Kämpfen kommen.

Böcke unter sich, ist möglich. In 2er Gruppen sogar anzuraten. Nicht immer klappt das Zusammenleben, aber hier kann eine Kastration Wunder bewirken.

Die beste Variante ist ein Kastrat mit 2-3 Sauen. Diese Größenordnung der Gruppe ist meist am harmonischsten.

Bitte kaufen Sie keine kleinen Hütten, die vielleicht auch nur 1 Eingang haben. Ein Meerschweinchenhaus sollte immer mindestens 2 Ein/Ausgänge haben, damit sich die Meeris, sollte es zu einem Streit kommen, dem entziehen können. Auch wird durch mehrere Öffnungen das Klima im Häuschen geregelt. 

Auch Weidenbrücken oder Unterstände, liebevoll "Pig Ports" genannt, bieten sich als Schlaf- und Ruheplatz an. Die Pig Ports kann man mit einer ausreichend großen Holzplatte und 4 Füßen ganz einfach selbst bauen. Aber achten Sie auf Naturmaterialien und unbehandeltes Holz!

 

 

Ernährung 1

Da die kleinen Nager einen Stopfmagen haben, muss Heu immer vorhanden sein. Ein Schweinchen frisst bis zu 70 Mahlzeiten am Tag. Tut es dies nicht, kann der Magen-Darm-Trakt nicht gesund bleiben.

Da die Zähne der Meerschweinchen ständig wachsen, wird auch hier das Heu zum wichtigen Helfer. Durch das Mahlen, bleiben die Zähne in gewünschter Länge. Auch Zweige vom Haselnussstrauch oder Apfelbaum bringen eine gern gesehene, wohlschmeckende Abwechslung.

Wasser wird täglich frisch angeboten. Näpfe sind hier von Nachteil, da dies durch Urin, Kot, Einstreu und Heu verunreinigt wird. Nippel- oder Kugeltränker eignen sich sehr gut.

Ernährung 3

Zu meiden sind Getreidearten und „bunte“ Zusätze (die leider in den handelsüblichen Futterangeboten zu finden sind), sowie Sonnenblumenkerne.

Kräckerstangen, Drops und ähnliche „Leckerlies“ haben nichts in einem Meerschweinchengehege zu suchen. Sie enthalten Zutaten, die sogar gefährlich für das Tier werden können.

Als Leckerlie lieber ab und zu ein Stück Obst, wie z.B. Apfel, Erdbeeren (mit Grün), Hagebutte (frisch oder getrocknet, hoher Vitamin-C-Gehalt) oder Birne reichen.

Ernährung 2

Frisches Gemüse ist wichtig.

Meerschweinchen können Vitamin C nicht selber bilden, daher muss es über die Nahrung zugeführt werden. Vitamin-C-Booster sind rote Paprika und auch Fenchel sind super. Freuen tun sich die Meeris u.a. auch über Endiviensalat, Gurke, Kohlrabi, Kürbis, Mais, Brokkoli.

Kraftfutter darf gefüttert werden, aber bitte das Richtige. Durch verschiedene Enzyme und Rohfaseranteile, die in einem guten Futter enthalten sind, wird das Schweinchen optimal versorgt. Rohprotein 15-20%, Rohfaser 10-15%,

Rohasche 5.5-8.5%, Rohfett 2.5 - 3.5 %

 

Calcium 1%, Phosphor 0.5% (beides im Verhältnis 2:1)

 

der Tierarztcheck

Geimpft werden muss ein Meerschweinchen nicht, aber man sollte seine Tiere immer genau beobachten. Verhalten sich die kleinen Nager anders als sonst, stellen das Fressen vielleicht sogar ein, ist umgehend ein Tierarzt auszusuchen. Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen den allgemeinen Zustand, das Fell, die Augen und Ohren, kürzen Sie die Krallen und reinigen Sie bei Böcken die Perinealtasche. Diese muss regelmäßig gesäubert werden. Macht man dies nicht, kommt es zu einem sehr unangenehmen Geruch. Sicher haben Sie das Vorurteil, dass Böcke „stinken“ sollen, schon einmal gehört. Leider ist dies nur auf die Unwissenheit der Halter zurückzuführen, die nicht wissen, dass Böcke diese Tasche im Genitalbereich haben.

Auslauf draußen

Ausreichend Platz ist bei der Außen- wie auch der Innenhaltung nötig.

Als Einrichtungsgestände kann man viele Dinge aus der Natur verwenden. Steine, hohle Baumstämme oder Baumwurzeln sind sehr beliebte Objekte. Man kann hier auch prima Nahrung befestigen, sodass die Tiere sich ihr Futter „erarbeiten“ müssen.

Wichtig ist, dass die Tiere vor Fressfeinden geschützt sind!

Auslauf drinnen

Auch ein Gehege in der Wohnung kann man zu einem tollen „Spielplatz“ für die Schweinchen herrichten. 

Gefahren für die Meerschweinchen sind u.a. giftige Zimmerpflanzen, Stromkabel, etc. Auch Haustiere wie Hunde und Katzen dürfen nicht unbeaufsichtigt mit den Meerschweinchen alleine sein. Sie werden sonst leicht zur Beute.

Wie auch bei der Außenhaltung, sollte es eine abwechslungsreiche Einrichtung mit Brücken und Tunneln geben.

Vergesellschaftung

Eine Vergesellschaftung sollte immer auf neutralem, also beiden Tieren unbekanntem Boden stattfinden. Setzen Sie den Neuankömmling direkt in das Revier des "alten" Meerschweichens, kann es zu schwersten Verletzungen kommen. Es sollten bei der Zusammen-führung ausreichend Versteckmöglichkeiten und verschiedene Ebenen vorhanden sein, um eventuell auftretendem Stress entgehen zu können. Eine Vergesellschaftung ist nicht in wenigen Stunden getan, sondern dauert meistens ein paar Tage.

Einstreu

Verwenden Sie bei Meerschweinchen bitte kein Stroh. Durch ihre kurzen Beinchen ist der ganze Körper der Tiere sehr nah am Boden. Strohhalme könnten sich in die Augen stechen und es kommt zu schlimmen Verletzungen.

Auch Pellets sind ungeeignet, da die Tiere an ihren nackten Füßen recht empfindlich sind und diese wund laufen könnten.

Geeignet sind feine Hobelspäne, Hanfeinstreu oder Strohmehl.